Erektionsprobleme, eine nachlassende sexuelle Lust, ein auffälliger Hormonwert oder ein unerfüllter Kinderwunsch beschäftigen viele Männer. Die Andrologie befasst sich als medizinisches Fachgebiet mit der sexuellen und reproduktiven Gesundheit des Mannes. Dieser Ratgeber erklärt, welche Beschwerden ein Androloge einordnet, wie eine Untersuchung abläuft und wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten.
Was macht ein Androloge?
Die Andrologie, auch Männerheilkunde genannt, ist ein Spezialgebiet der Medizin, das sich mit der sexuellen und reproduktiven Gesundheit des Mannes beschäftigt. Dazu gehören die Vorbeugung, Diagnostik, Behandlung und Erforschung von Störungen der Zeugungsfähigkeit, der männlichen Hormonproduktion und der Sexualfunktion. Typische andrologische Fragestellungen sind Erektions- und Ejakulationsstörungen, Testosteronmangel, unerfüllter Kinderwunsch und die männliche Empfängnisverhütung. Auch eine verzögerte Pubertätsentwicklung kann eine andrologische und endokrinologische Abklärung erforderlich machen.
Urologie und Andrologie überschneiden sich, sind jedoch nicht identisch. Die Urologie behandelt die Harnorgane aller Geschlechter sowie die männlichen Geschlechtsorgane, beispielsweise Prostata, Penis, Hoden und Nebenhoden. Die Andrologie konzentriert sich innerhalb dieses Bereichs besonders auf die reproduktive Gesundheit des Mannes und arbeitet bei Bedarf mit der Endokrinologie und Reproduktionsmedizin zusammen.
In Deutschland ist die Andrologie eine Zusatzweiterbildung, die eine bereits vorhandene Facharztqualifikation ergänzt. Priv.-Doz. Dr. med. Tobias Jäger, FEBU, Facharzt für Urologie, schloss diese Zusatzweiterbildung im Jahr 2011 ab. Die häufig gesuchte Bezeichnung „Facharzt für Andrologie“ ist daher formal weniger präzise als „Facharzt für Urologie mit Zusatzweiterbildung Andrologie“.
Bei welchen Beschwerden ist der Männerarzt der richtige Ansprechpartner?
Ein Androloge ist insbesondere bei anhaltenden Veränderungen der Erektion, Ejakulation oder sexuellen Lust gefragt. Eine erektile Dysfunktion liegt vor, wenn eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion wiederholt nicht erreicht oder aufrechterhalten werden kann. Der umgangssprachliche Begriff „Impotenz“ ist weniger genau, weil er unterschiedliche Störungen bezeichnen kann.
Erektionsstörungen können körperliche und psychische Ursachen haben. Möglich sind beispielsweise hormonelle, gefäßbedingte, neurologische oder medikamentöse Einflüsse. Eine neu aufgetretene erektile Dysfunktion sollte nicht ausschließlich als sexuelles Problem betrachtet werden, weil sie auch mit Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhängen kann. Die EAU-Leitlinie zur erektilen Dysfunktion empfiehlt daher eine umfassende medizinische und sexuelle Anamnese.
Müdigkeit, nachlassende Leistungsfähigkeit, weniger sexuelle Lust oder Veränderungen der Muskelkraft können zu einer hormonellen Störung passen. Diese Beschwerden beweisen jedoch noch keinen Testosteronmangel. Ein Hypogonadismus, eine verminderte Bildung oder Wirkung männlicher Geschlechtshormone, wird anhand der Beschwerden, wiederholter Hormonmessungen und der ärztlichen Untersuchung eingeordnet.
Bei unerfülltem Kinderwunsch untersucht die Andrologie mögliche männliche Faktoren. Sie behandelt Störungen der Zeugungsfähigkeit und beurteilt unter anderem, ob Anzahl, Beweglichkeit oder Form der Spermien verändert sind. Ein einzelner auffälliger Wert bedeutet nicht automatisch eine dauerhafte Unfruchtbarkeit.
Auch Schmerzen, Verhärtungen oder Schwellungen an den Hoden oder Nebenhoden, am Hodensack sowie Veränderungen am Penis können eine Untersuchung erfordern. Dazu zählen eine neu entstandene Verkrümmung des Penis oder Beschwerden beim Geschlechtsverkehr. Bei einem Verdacht auf eine Geschlechtskrankheit ist ebenfalls eine zeitnahe urologische oder dermatologische Abklärung sinnvoll.
Zur Andrologie gehört außerdem die Beratung über männliche Empfängnisverhütung, beispielsweise die Vasektomie. Wenn die Familienplanung sicher abgeschlossen ist, kann die Sterilisation des Mannes ein Thema sein.
Wie läuft eine andrologische Untersuchung ab?
Eine Untersuchung beginnt mit einem vertraulichen Gespräch. Bei dieser Anamnese fragt der Arzt nach den aktuellen Beschwerden, ihrer Dauer, Vorerkrankungen, Medikamenten, früheren Operationen und der sexuellen Gesundheit. Anschließend folgt eine auf die Fragestellung abgestimmte körperliche Untersuchung. Je nach Beschwerden können Penis, Hoden, Nebenhoden und Hodensack untersucht werden. Bei urologischen Fragestellungen kann auch die Prostata in die Untersuchung einbezogen werden. Nicht bei jedem Patienten sind alle Untersuchungsschritte erforderlich.
Bei einem möglichen Testosteronmangel können Blutuntersuchungen zur Bestimmung des Hormonstatus sinnvoll sein. Geht es um die Fortpflanzungsfähigkeit, kann ein Spermiogramm erstellt werden. Dabei werden unter anderem Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien beurteilt. Abhängig vom Befund können Ultraschalluntersuchungen oder weitere Laborwerte hinzukommen. Fragebögen zu Erektionsfähigkeit oder hormonbezogenen Beschwerden können das Gespräch ergänzen.
Sie liefern erste Hinweise, ersetzen aber weder die körperliche Untersuchung noch eine ärztliche Diagnose. Erst die gemeinsame Betrachtung von Beschwerden, Anamnese und Untersuchungsbefunden ermöglicht eine sinnvolle diagnostische und therapeutische Einordnung. Die Behandlung kann konservativ, medikamentös, reproduktionsmedizinisch, operativ oder in ausgewählten Fällen mikrochirurgisch erfolgen.
Wann sollten Sie Beschwerden ärztlich abklären lassen?
Eine Abklärung ist sinnvoll, wenn Erektionsstörungen, nachlassende Libido, Beschwerden, die auf eine hormonelle Ursache hindeuten können oder Veränderungen im Genitalbereich neu auftreten, länger anhalten oder Sie belasten. Auch bei einem unerfüllten Kinderwunsch oder einem auffälligen Spermiogramm sollten die möglichen Ursachen fachärztlich eingeordnet werden.
Bei plötzlich einsetzenden starken Hodenschmerzen, einer rasch zunehmende Schwellung, eine Verletzung im Genitalbereich oder eine schmerzhafte, ungewöhnlich lange anhaltende Erektion sollten Sie nicht warten. Lassen Sie diese Beschwerden sofort medizinisch beurteilen. Bei starken akuten Schmerzen oder einer länger anhaltenden schmerzhaften Erektion wenden Sie sich unmittelbar an eine Notaufnahme.
Ihr Experte für Andrologie in Mülheim
Wer einen Andrologen in der Nähe sucht, sollte neben dem Standort auf die nachweisbare ärztliche Qualifikation und eine nachvollziehbare Diagnostik achten. In Mülheim an der Ruhr ist Priv.-Doz. Dr. med. Tobias Jäger, FEBU, als Facharzt für Urologie Ihr Ansprechpartner für andrologische Fragestellungen und Männergesundheit.
Dr. Jäger verfügt über die Zusatzweiterbildung Andrologie, ist im Fach Urologie habilitiert und besitzt langjährige klinische, wissenschaftliche und operative Erfahrung. Er hat unter anderem Publikationen zu Testosteronmangel, Hypogonadismus, vorzeitiger Ejakulation und Männergesundheit veröffentlicht. Er gehört der Deutschen Gesellschaft für Andrologie e. V., der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. und der European Association of Urology an. Darüber hinaus ist er Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e. V.
Welche Untersuchung oder Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist, hängt von Ihren Beschwerden, vorhandenen Befunden und persönlichen Zielen ab. In einem ärztlichen Gespräch lassen sich die nächsten Schritte individuell klären. Am Standort Mülheim werden ausschließlich privatärztliche Sprechstunden angeboten. Eine Abrechnung über gesetzliche Krankenkassen ist nicht möglich. Für eine persönliche Anfrage buchen Sie gerne Ihren Termin hier auf der Website.
FAQ: Häufige Fragen zur Andrologie
Welcher Arzt ist der richtige Ansprechpartner für Männergesundheit?
Bei Beschwerden der Harnwege oder der Prostata ist ein Facharzt für Urologie zuständig. Für Sexualfunktion, Hormonhaushalt und Fruchtbarkeit ist ein Urologe mit Zusatzweiterbildung Andrologie besonders qualifiziert. Experte Priv.-Doz. Dr. med. Tobias Jäger verbindet diese Qualifikation mit klinischer, wissenschaftlicher und operativer Erfahrung.
Was sollte ich zum ersten Termin beim Andrologen mitbringen?
Bringen Sie vorhandene Arztberichte, Labor- und Hormonwerte, frühere Spermiogramme sowie eine aktuelle Medikamentenliste mit. Notieren Sie, seit wann die Beschwerden bestehen und welche Fragen Sie besprechen möchten. Falls eine Samenprobe geplant ist, sollten die dafür geltenden Vorgaben vorher direkt mit der Praxis geklärt werden.
Brauche ich für eine andrologische Untersuchung eine Überweisung?
Ob eine Überweisung erforderlich ist, hängt von Ihrem Versicherungsvertrag, dem Untersuchungsanlass und den organisatorischen Vorgaben der Praxis ab. Klären Sie dies vor dem Termin mit der UPK und gegebenenfalls mit Ihrer privaten Krankenversicherung.
Was kostet eine andrologische Untersuchung?
Am Standort Mülheim finden ausschließlich privatärztliche Sprechstunden statt. Eine Abrechnung über gesetzliche Krankenkassen ist nicht möglich. Die genauen Kosten hängen vom erforderlichen Untersuchungsumfang ab und können nicht pauschal angegeben werden. Fragen Sie vor dem Termin nach den voraussichtlichen Kosten und Abrechnungsbedingungen.
Literatur
EAU Guidelines. Edn. presented at the EAU Annual Congress London 2026. ISBN 978-94-92671-32-5.